Startseite online, Kontaktseite kaputt? Uptime vs. Funktionsprüfung
Warum eine erreichbare Startseite nicht heißt, dass die Website funktioniert – und wie sich HTTP-Uptime, Inhaltsprüfung und Browser-Tests unterscheiden.
„Die Website ist doch online“ – das stimmt oft, und trotzdem kommen keine Anfragen mehr. Der Grund: Ein einfaches Uptime-Monitoring prüft meist nur, ob die Startseite antwortet. Was dahinter passiert, sieht es nicht. Dieser Ratgeber erklärt die drei Stufen der Überwachung und hilft einzuschätzen, welche Sie für welche Website brauchen.
Ein typischer Fall
Nach einem Update des Formular-Plugins liefert die Kontaktseite einer Arztpraxis einen Serverfehler. Die Startseite ist davon nicht betroffen, sie lädt wie immer. Das Uptime-Monitoring meldet „online“. Erst zwei Wochen später fragt die Praxis, warum keine Terminanfragen mehr kommen.
Solche Fälle sind bei Websites mit vielen Plugins, eigenen Templates oder externen Einbindungen nicht ungewöhnlich. Jede Unterseite kann anders gebaut sein und anders kaputtgehen.
Stufe 1: HTTP-Uptime
Was geprüft wird: Antwortet der Server unter einer Adresse innerhalb einer bestimmten Zeit mit einem erfolgreichen HTTP-Statuscode (meist 200)?
Erkennt zuverlässig: Serverausfälle, Hosting-Störungen, DNS-Fehler, abgelaufene Zertifikate, Weiterleitungsschleifen, Fehlerseiten mit Status 500 oder 503.
Erkennt nicht: Fehler auf anderen Seiten als der geprüften; Seiten, die „200 OK“ melden, aber den falschen oder einen leeren Inhalt zeigen.
Aufwand: sehr gering. Eine Adresse reicht.
Stufe 2: Wichtige Seiten mit Inhaltsprüfung
Was geprüft wird: Zusätzlich zur Startseite werden ausgewählte Unterseiten abgerufen. Für jede kann ein Text hinterlegt werden, der im ausgelieferten HTML stehen muss – etwa „Termin anfragen“ oder der Name des Formulars.
Erkennt zusätzlich: Fehler, die nur einzelne Seiten betreffen; Seiten, die technisch funktionieren, aber den entscheidenden Inhalt verloren haben (zum Beispiel nach einem Theme-Update); versehentlich gelöschte oder umbenannte Seiten.
Erkennt nicht: ob ein Formular tatsächlich abgeschickt werden kann und ob die Nachricht ankommt; Inhalte, die erst per JavaScript im Browser entstehen.
Aufwand: gering. Pro Website zwei, drei Adressen und je ein stabiler Text.
So arbeitet D3bris: bis zu drei Seiten je Website, jeweils mit optionalem erwartetem Text, alle 5 Minuten.
Stufe 3: Synthetische Browser-Tests
Was geprüft wird: Ein automatisierter Browser spielt einen ganzen Ablauf durch: Seite öffnen, Formular ausfüllen, absenden, Bestätigung prüfen – oder Produkt in den Warenkorb legen und bis zur Zahlungsseite gehen.
Erkennt zusätzlich: defekte Formulare, Fehler im Checkout, Probleme mit JavaScript, Cookie-Bannern oder eingebundenen Diensten.
Nachteile: Die Tests müssen geschrieben und bei jeder Änderung der Seite angepasst werden. Formulare erzeugen echte Anfragen, Shops echte Bestellversuche – das muss mit dem Kunden abgestimmt sein. Und die Werkzeuge sind deutlich teurer.
Aufwand: hoch, pro Ablauf und Website.
Die Stufen im Vergleich
| HTTP-Uptime | Wichtige Seiten + Text | Browser-Test | |
|---|---|---|---|
| Server oder Hosting ausgefallen | ✓ | ✓ | ✓ |
| Zertifikat abgelaufen | ✓ | ✓ | ✓ |
| Fehler nur auf der Kontaktseite | – | ✓ | ✓ |
| Button oder Formular verschwunden | – | ✓ (wenn Text im HTML) | ✓ |
| Formular verschickt keine E-Mails | – | – | teilweise (bis zur Bestätigungsseite) |
| Checkout bricht ab | – | – | ✓ |
| Einrichtungsaufwand je Website | Minuten | Minuten | Stunden |
| Wartung bei Seitenänderungen | keine | selten | regelmäßig |
Welche Stufe für welche Website?
- Visitenkarten-Websites ohne Formular: Stufe 1 reicht meist.
- Websites, über die Anfragen oder Termine kommen – Praxen, Kanzleien, Handwerk, Dienstleister: Stufe 2. Hier liegt für die meisten Agenturkunden das beste Verhältnis von Nutzen zu Aufwand.
- Shops und Buchungssysteme mit nennenswertem Umsatz: Stufe 2 für die Breite, zusätzlich Stufe 3 für den einen Ablauf, der Geld bringt.
Praktische Tipps für die Inhaltsprüfung
- Wählen Sie einen Text, der nur bei funktionierender Seite erscheint, etwa die Beschriftung des Absende-Buttons. Allgemeine Texte wie der Firmenname stehen oft auch auf Fehlerseiten.
- Vermeiden Sie Texte, die sich regelmäßig ändern: Preise, Datumsangaben, Öffnungszeiten.
- Prüfen Sie im Quelltext der Seite (im Browser „Seitenquelltext anzeigen“), ob der Text dort steht. Erscheint er nur im Browser, wird er per JavaScript erzeugt.
- Passen Sie die Texte nach einem Relaunch an, sonst gibt es Fehlalarme.
Eine vollständige Liste der Prüfpunkte finden Sie in der Checkliste für Agenturen. Wie Sie WordPress-Websites konkret einrichten, steht unter WordPress-Monitoring ohne Plugin.